In Antwort auf:Die Grippewelle ist da: So schützen Sie sich
Landesgesundheitsamt warnt vor Leichtsinn 17. Februar 2007
Von Nadine von Wille
Das Landesgesundheitsamt hat in dieser Woche einen deutlichen Anstieg von Influenza-Erregern verzeichnet. Die Grippewelle hat Niedersachsen erreicht. In der 6. Kalenderwoche waren unter 181 untersuchten Proben 31 Influenzafälle.
"Allein gestern ist die Hälfte aller Proben positiv auf Influenza getestet worden", sagt Dr. Rolf Heckler, Virologe im Landesgesundheitsamt.
Arztpraxen aus ganz Niedersachsen schicken Rachenabstriche von Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen. 50 bis 100 Einsendungen erreichen das Landesgesundheitsamt täglich. Daneben melden niedersächsische Kindertagesstätten ihre Krankheitsfälle. In der vergangenen Woche etwa blieb jedes zehnte Kindergartenkind wegen Atemwegserkrankungen zu Hause.
Dieses Früherkennungssystem wurde zur letzten schweren Grippewelle in 2005 eingerichtet. "Damals starben deutschlandweit etwa 10 000 Menschen", sagt Heckler.
In den Laboren werden die Proben auf verschiedene Erreger untersucht. Denn, so erklärt der Virologe, die Symptome der unterschiedlichen Erreger ähneln sich sehr. Schnupfen, Halsschmerzen, Husten und Fieber – all das kann auch auf eine Erkältung hinweisen. Der Unterschied zur echten Grippe: "Die Beschwerden treten derart plötzlich auf, dass sich die Patienten oft sogar an die Uhrzeit erinnern können", sagt Heckler. Plötzliches hohes Fieber bis zu 40 Grad, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Husten und Halsschmerzen – das sind die Warnsignale, bei denen schnellstmöglich ein Arzt zu Rate gezogen werden sollte.
Ältere Menschen und Personen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sind besonders gefährdet, erklärt Prof. Matthias Heintzen, Chefarzt der Klinik für Herz-, Lungen- und Gefäßerkrankungen im Klinikum Braunschweig. Lungenrisikopatienten sei neben einer Grippeimpfung auch die Impfung gegen Pneumokokken zu empfehlen.
Denn häufig schwächt die Grippe das Abwehrsystem derart, dass bakterielle Erkrankungen leichtes Spiel haben. "Wenn Menschen an den Folgen einer Influenza sterben, sind Ursachen häufig bakterielle Lungenentzündungen oder aber Herzmuskelentzündungen", sagt Heintzen.
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