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Dieses Thema hat 350 Antworten
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 Vogelgrippe
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Tatütata ( gelöscht )
Beiträge:

23.08.2005 11:07
Vogelgrippe im Landkreis Cuxhaven antworten

Moin!
In den Medien wird viel über die Gefahren der Vogelgrippe geredet.

Aber wa passiert eigentlich wenn solch ein Fall bei uns entdeckt wird?

Ist das so wie bei der Schweinepest, dass die Feuerwehr einen Hof absperrt und Dsinfektionsmaßnahmen an der Zufahrt durchführt?

Oder kommen sonst irgendwelche Aufgaben auf die Feuerwehr zu?

Heinz Offline

Wetterexperte

Beiträge: 1.610

23.08.2005 12:27
#2 RE:Vogelgrippe im Landkreis Cuxhaven antworten

Hallo,

die Vogelgrippe ist noch agressiver als die Schweinepest. Deshalb wird die Freilandhaltung ab dem 15. September komplett verboten. Der sogenannte H5N1 Virus der Vogelgrippe ist der agressivste und kann sich innerhalb kürzester Zeit auf die Vögel übertragen. Auch eine Übertragung auf andere Säugetiere hat es in der Vergangenheit schon gegeben. Auch eine Übertragung auf den Menschen ist möglich. Dies ist aber sehr selten. Mann muss intensiven Kontakt mit den Vögeln haben und deren Kot einatmen oder damit in Berührung kommen. Falls sich der mensch damit ansteckt beträgt die Todeswahrscheinlichkeit mehr als 50%. Erst wenn sich ein Mensch mit einem Grippe Virus gleichzeitig einen Vogelrippe Virus einfängt verändert sich das Virus und überträgt sich dann von Mensch zu Mensch und eine weltweite Pandemie wird ausgelöst. Leider rechnen die Experten mit einem möglichen Ausbruch einer Pandemie irgendwann in den nächsten Jahren. Hoffentlich wird es nicht dazu kommen.

Falls die jetzige Vogelgrippe im LK ausbricht werden in der gesamten Region sämtliches Geflügel vernichtet. Auch von Höfen die nicht betroffen sind. Nach derzeitgem Stand können auch Gebiete um die Höfe herum gesperrt werden. An den Zugängen zu diesen Höfen oder Gebieten erfolgen Dekontaminationsmaßnahmen. Über Absperrmaßnahmen wird aber erst dann entschieden wenn die Vogelgrippe wirklich ausbricht. Insofern wird dann sicherlich auch die Feuerwehr mit eingebunden werden.

Wenn wir jetzt nach Russland blicken wo die Vogelhrippe ja bereits angekommen ist werden ganze Gebiete um Höfe herum abgesperrt. Man kommt nur heraus mit Dekon Maßnahmen der Feuerwehr. Auch das Fahrzeug.

Leider wird dieses Virus aber wahrscheinlich durch Zugvögel nach Deutschland gebracht werden. Meiner Meinung nach kann man das Ausbrechen der Vogelgrippe in Deutschland nicht mehr verhindern.

Schlimm wird es erst wenn der Virus mutiert und von Mensch zu Mensch über die Atemluft übertragen wird. Experten rechen damit das dann das öffentliche Leben in Deutschland zusammenbrechen kann. Die Alarmpläne schreiben dann auch vor alle öffentlichen Veranstaltungen, wie z.B. die Fussballbundesliga auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Auch Schulen und Universitäten werden dann geschlossen. Die Bevölkerung muss dann mit massiven Einschränkungen in ihrer Bewegungsfreiheit rechnen. Bei einer Pandemie werden dann z.B einzelne Gebiete von der Bundeswehr komplett abegriegelt damit sich die Seuche nicht noch weiter ausdehen wird.

Hört sich alles an wie nach einem Katstrophenfilm. Leider kann dieses Szenario Wirklichkeit werden. Die WHO warnt davor falls die Vogelgrippe mutiert es zu einer Seuche kommen kann wie sie die Menschheit noch nicht erlebt hat.
Extremprognosen besagen das etwa ein Drittel der deutschen Gesamtbevölkerung daran erkranken wird. Über 160.000 Menschen würden daran sterben allein in Deutschland.


Viele Grüsse

HEINZ

Blaulicht Offline

Administrator

Beiträge: -990157

23.08.2005 13:59
#3 RE:Vogelgrippe im Landkreis Cuxhaven antworten

Heinz, unglaublich worüber Du alles Bescheid weißt.

Du bist eine echte Bereicherung für das Forum!

Danke für diese Informationen - aber hoffen wir, daß es nicht so schlimm wird.

Blaulicht



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Der Admin stellt manche Fragen nur zur Belebung der Diskussion.

Poli Offline

Moderator



Beiträge: 3.290

23.08.2005 15:17
#4 RE:Vogelgrippe im Landkreis Cuxhaven antworten

Heinz,

langsam graut es mir, bei der Qualität Deiner Beiträge!

Irgendjemand sprach an anderer Stellen mal von einer "Eierlegenden Wollmilchsau". Ich glaube, ich kenne jetzt eine!

MfG


Poli

DispoRa ( gelöscht )
Beiträge:

23.08.2005 15:40
#5 RE:Vogelgrippe im Landkreis Cuxhaven antworten

und wer glaubt dass unsere feuerwehren darauf vorbereitet sind

Poli Offline

Moderator



Beiträge: 3.290

23.08.2005 15:45
#6 RE:Vogelgrippe im Landkreis Cuxhaven antworten

Hi DispoRa!

Diese Frage ist berechtigt. Ich denke, dass keiner glauben dürfte, dass unsere Feuerwehren auf eine solche Situation genügend vorbereitet sind. Diese nicht ausreichende Vorbereitung lässt sich aber auch auf andere BOS auweiten.

MfG

Poli

Heinz Offline

Wetterexperte

Beiträge: 1.610

23.08.2005 17:23
#7 RE:Vogelgrippe im Landkreis Cuxhaven antworten

Hallo,

das grosse Problem wird sein das die Einsatzkräfte auf eine Pandemie, sprich Übertragung von Mensch zu Mensch, nicht vorbereitet sind.

Der Alarmplan sieht bei einer Pandemie vor zuerst dem Krankenhauspersonal das Medimkament Tamiflu zu verabreichen, anschließend sind die Einsatzkräfte dran zu Erhaltung der öffentlichen Ordnung, sprich Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr, DRK etc.
Tamiflu soll den Verlauf der Krankheit beim Menschen abschwächen. Es ist aber nicht erwiesen ob es dann auch hilft. Vielleicht also nur eine reine Luftblase. Dieses Medikament wird zurzeit durch die Bundesländer für 10% der Bevölkerung eingelagert. Der Rest muss leider zusehen wie er zurecht kommt. Eine Impfung ist erst ca. ein halbes Jahr nach Ausbruch einer Pandemie möglich. Vorher gibt es keinen Impfstoff davor.

Aber falls es irgendwann zur Pandemie kommt wird es so schlimm das die Krankenhäsuer in Deutschland die Erkrankten gar nicht aufnehmen können. Die Kapazitäten sind nicht da. Man müsste auf Turnhallen ausweichen, um dort Notlazarette zu errichten. Die Fahrzeuge des RD würden gar nicht ausreichen, um die ganzen Erkrankten zu transportieren. Man wäre Tag und Nacht im Dauereinsatz ständig mit Schutzoverall, Handschuhen und Atemmaske bekleidet. Das ist ein absolutes Horrorszenario.

Ich will das jetzt mal weiter ausmalen was wäre wenn: Die Supermärkte wären komplett leergekauft, die Bundeswehr müsste die Bevölkerung mit Lebensmitteln versorgen. Ein Drittel der deutschen Bevölkerung kann im Extremfall nach einer Studie erkranken. Der Rest, der noch gesund ist, wird sich weigern zur arbeit zu gehen. Besonders die, die viel mit Kunden zu tuen haben. Also der gesamte Einzelhandel. Somit dürfte das gesamte öffentliche Leben in Deutschland zusammenbrechen. Niemand wird nämlich Lust haben zu sterben, da das Ansteckungsriskio bei einer Pandemie sehr hoch ist, nämlich über die Atemluft von Mensch zu Mensch. Ihr müsst nur jemanden gegenüberstehen und schon seit ihr infiziert. Die Symptome der Vogelgrippe äussern sich am Anfang als Erkältung mit Halsschmerzen, Fieber, Kopfschmerzen und später Atemnot. Da der Virus die Lungenbläschen angreift und diese ällmälich dadurch kaputt gehen wird der Lunge immer mehr Sauerstoff entzogen. Die Folge ist, dass der Mensch qualvoll ersticken wird. Das bedeutet aber nicht das jeder, der sich mit dem Virus ansteckt auch sterben wird. Es sind natürlich die zuerst akut betroffen deren Imunsystem geschwächt ist. Die haben dem nicht mehr viel entgegenzusetzen.

Ob bei einer Pandemie eine normale Schutzmaske, wie sie z.B. Zahnärze tragen vor dem Virus schützt wollte das Robert - Koch Institut nicht bestätigen und deshalb auch keine Empfehlung daür geben.

Meiner Meinung nach sollten die Bundesländer und auch die Bundesregierung endlich mal anfangen die Einsatzkräfte in Deutschland auf diese Situation, die irgendwann kommen wird, vorzubereiten. Niemand kann sagen wann eine Pandemie ausbrechen wird. Zur Zeit ist es so das Experten mit einem Ausbruch innerhalb der nächsten 5 Jahre rechnen. Momentan arbeiten die Krankenhäuser Pläne für diesen Ernstfall aus weil sie genau wissen das die Kapazitäten nicht reichen werden. Alle Erkrankten müssten im Ernstfall von der gesunden Bevölkerung komplett isoliert werden. Da liegt ein grosses Problem und es wird zu Konfliktsituationen kommen.

Ich will hier nicht schwarzmalen aber leider wird das was ich eben beschrieben habe irgendwann zur grausamen Wirklichkeit werden.

Der Vogelgrippevirus H5N1, der zur Zeit Deutschland bedroht, ist nur selten von Tier auf Mensch ansteckbar. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist noch nicht vorgekommen. Somit besteht also kein Grund zur Panik. Steckt sich aber ein Landwirt mit H5N1 an, der gleichzeitig ein menschliches Influenza Virus trägt, so verbinden sich beide Grippearten, ein neuer Vogelgrippevirus ensteht der nun auch von Mensch zu Mensch übertragen wird und schon ist die Pandemie da. Wenn dieser Landwirt nun seinen Hof verlässt und in die Stadt geht kann er hunderte Menschen anstecken. Und so geht die Kette immer weiter bis innerhalb weniger Tage der gesamte Globus infiziert ist.

Ich hoffe aber trotzdem das sich die Experten irren und wir zu unseren Lebzeiten keine Pandemie erleben müssen.


Viele Grüsse

HEINZ

Blaulicht Offline

Administrator

Beiträge: -990157

24.08.2005 11:50
#8 RE:Vogelgrippe im Landkreis Cuxhaven antworten

Also wenn ich das jetzt richtig kapiert habe, dann ist das Horrorszenrio in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, wohl aber die eigentliche Vogelgrippe, ja?

Was machen wir (Einsatzkräfte) dann? Gibt es nur spezielle Einheiten (DekonP) oder muß jede Ortswehr mit Grundausstattung mit einer Dekon-Aufgabe rechnen?

Wer weist die Kräfte in Ihre Aufgabe ein?

Blaulicht



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Der Admin stellt manche Fragen nur zur Belebung der Diskussion.

Heinz Offline

Wetterexperte

Beiträge: 1.610

24.08.2005 12:56
#9 RE:Vogelgrippe im Landkreis Cuxhaven antworten

Hallo Blaulicht,

ja du hast mich richtig verstanden. Dieses Horrorszenario wird erstmal nicht kommen sondern nur die eigentliche Vogelgrippe, die nur selten auf Menschen übertragbar ist. Hat sich allerdings ein Mensch an deren Kot angesteckt, vorwiegend Landwirte, liegt die Todeswahrscheinlichkeit bei über 50%. Die Allgemeinheit hat eigentlich nichts zu befürchten. Natürlich muss versucht werden bei einem Ausbruch in einem Betrieb diesen so gut wie möglich zu isolieren.

Falls eine Dekon Aufgabe an der Zufahrt erforderlich ist kann ich aber noch nicht sagen wie umfangreich sie sein wird. Es wird sich meiner Einschätzung nach nur um absprühen von Fahrzeugen oder Kleidung handeln, z. B. Reinigung der Schuhe etc.. So ist es auch vorstellbar das Wehren mit normaler Grundausrüstung dieses durchführen können. Wer das nun entscheiden soll bin ich bis jetzt überfragt. Möglicherweis wird dann der Landrat des Kreises auf Anordnung der Ministerien entsprechende Maßnahmen einleiten lassen. Die jeweiligen Führungskräfte der Feuerwehren würden daraufhin genau unterrichtet werden.

Einen genauen Plan hierzu gibt es aber meiner Meinung nach noch nicht. Man fängst erst jetzt allmählich an sich darüber Gedanken zu machen.

Möglichwerweise bleiben wir auch im LK davon verschont. In den CN stand heute ein Artikel darüber drin das die Zugvögel aus Russland vornehmlich Deutschland im Süden überqueren. Unsere Region soll davon dann nicht betroffen sein. Die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch der Vogelgrippe in Süddeutschland ist somit höher als bei uns.

Gruss vom

HEINZ

klopfer Offline

Moderator


Beiträge: 1.138

24.08.2005 13:15
#10 RE:Vogelgrippe im Landkreis Cuxhaven antworten

Moin,
da auch bei Grippeinfektion und Kontakt mit Vogelgrippe nicht in jedem Fall eine Mutation des Erregers zu erwarten ist, ist das Risiko auch hier im Einzelfall nicht zu dramatisch zu bewerten. Bei uns Deutschland ist sicherlich auch über Aufklärungskampangnen die Möglichkeit gegeben die Menschen zu sensibilisieren, die Umgang mit Vögeln haben, was eine weitere Reduktion des Risikos bedeuten würde.
Das der Erreger auf den Menschen überspringen wird, ist nicht unwahrscheinlich, aber das war bereits bekannt, als die Vogelgrippen vor Jahren in größeren Epedemien auftraten.
Wir hatten SARS und MKS, waren auf Anthraxsporen gefasst und mit Pocken wurde stark gerechnet. Die Maßnahmen aus Sicht der Feuerwehr sind immer ähnlich.
Wir beachten den Eigenschutz, und Retten Menschen, indem wir Betroffene aus dem Gefahrenbereich bringen, die Maßnahmen zur Transportfähigleit hinsichtlich einer DekonP einleiten und unterstützen, sowie die Ausbreitung verhindern.
Die selben Vorgehensweisen sind auf Tiere übertragbar, doch ist bei vielen Erregern die Gefahr der Ausbreitung für Menschen durch Tiere gegeben, was dann zum Keulen der betroffenen Tiere führt.

Die Vergangenheit hat zu verschiedenen Varianten bei der DekonG und DekonP geführt, unter http://www.abc-gefahren.de gibt es verschiedene Unterlagen zu den Konzepten.

Eine Wehr mit Grundausstattung hat nicht das Material, das zum Aufbau und Betrieb einer Schleuse benötigt wird, jedoch kann Personal gestellt werden. Ein Kriterium bei der Auswahl von Personal muß aber sein, das Personen, die selbst Umgang mit betroffenen Tiergruppen haben (Landwirte, etc.) nach Möglichkeit nicht eingesetzt werden.


Carl Philipp Wrede
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