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Blaulicht-Cuxhaven.de
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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 678 mal aufgerufen
 Quasselecke
Mini Offline



Beiträge: 2.387

09.12.2011 09:52
Gefahrenpotential durch nachträgliche Wärmedämmung Antworten

Moin moin,

alle "Feuerwehr"-Welt redet von PV-Anlagen und Biogas.

Allerdings stellt auch eine nachträglich durchgeführte Wärmedämmung an Gebäuden/Fassaden eine nicht zu vernachlässigende Gefahr dar.
Zwar nicht in dem Sinne wie PV- oder Biogasanlagen unmittelbar für die Einsatzkräfte aber in betracht auf Brandausbreitung etc.

Ich zumindest war sehr erstaunt über diesen Beitrag.
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ma.../markt6567.html

Gruß
Mini




...eine Spur hinterlasse ich, auf diesem Planeten.



~http://www.feuerwehr-dorum.de~

eelser Offline

Pressewart FW SG Hemmoor (real)




Beiträge: 1.838

09.12.2011 22:55
#2 RE: Gefahrenpotential durch nachträgliche Wärmedämmung Antworten

Auch die Untersparrendämmung der Dächer sowie die Deckendämmung hat ein nicht zu vernachlässigendes Potential für die Brandausbreitung.
Auch hier brennt die Mineralwolle/Glaswolle/usw. nicht im eigentlichen Sinne sorgt aber z.B. durch normale Brennbarkeit bzw. Hohlräume (Kamineffekt) für die Brandausbreitung. Ein weiteres Beispiel sind ausgebaute Dachgeschosse in Leichtbauweise. Hier kann sich der Brand von einem auf das andere Zimmer ausbreiten, wenn es durch Installationsöffnungen (Steckdosen) zur Ausbreitung von Flammen oder Pyrolysegasen durch den Hohlräumen in der Wand kommt. Auch die nicht brennbaren Dämmstoffe können verglimmen - und der Hohlraum wird zur Feuerbrücke.

Übungsdienst Baukunde mit weiterführenden Links
Brandschutz bei der Dämmung (München)
Brandausbreitung über Brandwände hinweg durch gedämmte Hohlräume

________________________________________________
Es wäre schön, wenn die Menschen sich so benehmen würden, als seien wir alle aufeinander angewiesen.

hubischraubi Offline



Beiträge: 1.104

30.01.2012 21:45
#3 RE: Gefahrenpotential durch nachträgliche Wärmedämmung Antworten

Hallo,

hier ist ein schöner Bericht vom NDR zu dem Thema. Was für ein Mistzeug!!!



Gruß

hubischraubi
____________________________________________
Mok wat du wult, de Lüd snackt doch !

Blaulicht Offline

Administrator

Beiträge: -990157

31.01.2012 07:17
#4 RE: Gefahrenpotential durch nachträgliche Wärmedämmung Antworten

Bei der Gelegenheit erinnere ich auch an einen Einsatz der Feuerwehr Hechthausen, über welchen vor einigen Jahren mehrseitig(!) im Feuerwehr-Magazin berichtet wurde. Damals brannte ein Haus amselben Tag gleich zweimal.

Eine nachträglich ins Mauerwerk eingeblasene Dämmung aus Zellulose war hier der mittelbare Grund für das zweite Feuer. Offenbar hatte die Hitzeentwicklung des ersten Feuers innerhalb einer Leichtbauwand dazu geführt, dass an anderer Stelle, erneut ein Brand ausbrach. Möglicherweise hat aber auch "nur" ein beim ersten Brand entzündetes Kabel das Feuer weitergeleitet. Fakt ist zumindest, dass sich das Zeug nicht löschen ließ. Ein Öffnen sämtlicher Leichtbauwände und der Einsatz eines D-Strahlrohres auf C-Schlauch (Hoher Druck bei kleinem Strahl) brachte den Erfolg. Damit ließen sich die Klumpen zerteilen und ablöschen.

Hier im Thread ist bisher die Rede von nachträglicher Dämmung. Auch seltene aber innovativ Neubaustoffe bergen Gefahren - besonders weil die Baustoffe manchmal nicht bekannt sind.

Bei uns im Landkreis gibt es einige Häuser welche aus mit Beton verfüllten Styropoor-Schalungen gebaut sind. Ich selber hatte vor zig Jahren mal beruflich mit dem Baustoff zu tun und kenne mich damit aus.
Das Gefährliche an diesem Baustoff bei Feuer ist, dass sowohl die Außenwand als auch die Innenwand mit Styropoor bedeckt sind. Und jetzt kommt es: Die Außen- und die Innenwand (aus Styropoor) sind mit armdicken Styropoor-Streben verbunden. Selbst wenn das Styropoor sich nicht entzündet, wird es bei großer Hitze schmelzen. Das bedeutet: Sobald eine Wndseite frei von Putz ist und die Dämmung wegschmilzt, gibt es etwa alle 12cm ein armdickes Loch durch die Betonmauer und der Schmelz- oder Brandvorgang setzt sich auf der anderen Seite der Betonwand ungehindert fort.

Gerade bei Doppelhäusern oder Räumen die man auf den ersten Blick als abgeschlossen betrachtet muss man also davon ausgehen, dass eine Brandausbreitung durch die Mauer hindurch stattfindet!

Solche Häuser in dieser Bauweise sind mir beispielsweise in Hechthausen, Hemmoor, Lintig und Langen bekannt. Vermutlich gibt es weitere.

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